Bedarfsgerechte Anwendung der Techniken

Du hast nun einige konkrete Techniken kennengelernt, die du anwenden kannst, um Stress abzubauen und mentale Ruhe zu fördern. Du fragst dich jetzt womöglich, wie oft oder wann du solche Techniken anwenden solltest. Ich möchte dir hierzu eine Empfehlung geben, die auf diesen Kurs gerichtet ist. Gerne darfst du dich natürlich länger und intensiver mit der Thematik und den Techniken beschäftigen – es gibt kein Zuviel. Du kannst die folgenden Empfehlungen sozusagen als sinnvolle Minimalanforderung sehen.

Das Entscheidende bei den Techniken ist die bedarfsgerechte Anwendung. Es hilft wenig, wenn du dir nur am Wochenende, wenn du vielleicht gerade entspannt im Garten oder in einem Park sitzt, etwas Zeit für eine Entspannungstechnik nimmst. Du wirst dadurch gewiss noch entspannter, als du es ohnehin bereits bist. Wenn du dich jedoch in oder nach Stresssituationen nicht dafür motivieren kannst, ist die Wochenendentspannung wenig hilfreich und vermutlich am Montagabend bereits vergessen. Folgende Metapher möchte ich dir dazu gerne auf den Weg geben:

Stelle dir vor, du besitzt eine wunderschöne Pflanze, die bei dir auf der Terrasse steht. Sie hat saftig grüne Blätter und viele kleine wunderschöne orange Blüten. Du hast gerade Zeit und Lust, dich um deine Blume zu kümmern. Du befreist deine Blume mit einem Pinsel von Staub und prüfst die Erde. Die Erde ist zwar in sehr gutem Zustand, dennoch lockerst du sie noch etwas und gibst an eher trockeneren Stelle etwas Wasser hinzu, um für eine ausgeglichene Feuchtigkeit zu sorgen. Da du an dem Tag viel Zeit hast, siehst du immer wieder nach ihr. Wenn die Sonne zu stark scheint, stellst du sie etwas schattiger und Abends wieder in die Sonne. Die nächsten Tage bist du dann sehr beschäftigt. Du schaffst es gerade noch deiner Blume ab und zu am Abend etwas Wasser zu geben. An einem sehr heißen Nachmittag steht sie jedoch mit aufreißend trockener Erde in der prallen Sonne. Die Blätter werden schlapp und die Blüten beginnen abzufallen. Die ganze liebevolle und intensive Pflege war nutzlos, hat doch der eine stressvolle Nachmittag ohne jeglichen Schutz oder grundlegender Versorgung großen Schaden angerichtet. Nun sieht sie sehr mitgenommen aus und auch durch einen erneuten Tag der intensiven Pflege ist der Schaden nicht vollkommen zu beseitigen.

Mir ist durchaus bewusst, dass es natürlich insbesondere in Stresssituationen oft schwerfällt, eine Entspannungstechnik durchzuführen, wohingegen es viel leichter ist, dies während einer ohnehin entspannten Situation zu tun. Doch es ist eben nun mal genau dann so wichtig. Gib deiner Blume Wasser, wenn die Erde austrocknet und die Sonne brennt – oder zumindest bald möglichst danach. Ich habe dir deshalb verschiedene geeignete Techniken vorgestellt, wovon einige sehr leicht – auch in solchen Situationen – durchzuführen sind. Vielleicht gelingt es dir bereits ab sofort, in stressvollen Situationen die Atemtechnik der Navy Seals anzuwenden oder dich kurz zu bewegen. Bereits damit ist viel gewonnen und wenn du die Veränderungen spürst und plötzlich viele wundervoll blühende Pflanzen in deinem Garten hast, die sonst nie so schön gewachsen sind, dann wird dich das motivieren, dranzubleiben.

Sowohl das Auftreten von potenziell stressvollen Situationen, als auch die Wirkung auf dich, sowie deine Stresstoleranz und Resilienz sind etwas stark Individuelles. Manche Menschen erleben kaum für sie stressvolle Situationen, andere kommen nie in einen entspannten Zustand und leben unter Dauerstress. Manche Menschen erholen sich von Stresssituation innerhalb von wenigen Minuten, anderen Menschen hängen solche Situationen Tage nach und sie können es nicht begreifen, wie andere Menschen so schnell wieder fröhlich und entspannt sein können, als wäre nichts gewesen.

Längerfristig ist es natürlich auch sehr sinnvoll deinen Garten wetterfest zu machen, etwas gute Erde zu verteilen und Pflanzen anzusiedeln, die mit dem heimischen Wetter gut zurechtkommen.

Kenne deinen Garten

Manch ein Garten ist in exponierter Lage und jeder leichte Sturm ist eine potenzielle Gefahr, die sandige und nährstoffarme Erde droht schnell auszutrocknen. Manch ein Garten ist gut geschützt gelegen, die Erde bietet einen guten Vorrat, die Pflanzen sind dort gut und tief verwurzelt und es benötigt schon extremes oder sehr lang anhaltend schlechtes Wetter, um dort etwas anzurichten. Kenne deinen Garten und kümmere dich entsprechend darum.

Du bist dran

Aus diesen Gründen überlasse ich dir die für dich sinnvolle Anwendung der vorgestellten Techniken. Vielleicht möchtest du auch gar keine der Techniken verwenden und hast keinen Bedarf, da du ausschließlich entspannt und bei glasklarem Verstand bist. Alles wächst und gedeiht in völliger Harmonie, da entweder das Wetter so mild ist oder der Garten so geschützt und widerstandsfähig ist – oder beides. Für die meisten Menschen wird dies erfahrungsgemäß jedoch leider nicht zutreffen und zumindest immer mal wieder die Sonne etwas zu stark für manche Blätter scheinen oder ein Sturm aufziehen.

Unternimm also bitte alles für dich nötige, um grundsätzlich (natürlich ist das nicht immer und in jeder Situation möglich) mental ruhig und frei von sich aufdrängenden Gedanken und einem verwirrten Geist zu sein. Das Zentrale Management System – falls du diesen Kurs absolviert hast – mag dich bei der Erreichung dieses Zustandes bereits maßgeblich unterstützen. Indem du das Zentrale Management System bereits für dich nutzt, trägst du bereits sehr stark zu einem entspannteren Zustand mentaler Ruhe bei und in Kombination mit diesen Techniken sowie der Stressprävention wirst du merken, wie du immer entspannter und dein Geist klarer wird. Eine hervorragende Grundlage für ein Leben in Produktiver Gelassenheit.